Vereinsgeschichte - Heimatbund Lauenburg

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Vereinsgeschichte

50 Jahre Geschichte des Vereins

Der Anfang
Der Aufsatz im Heft 115 über die Gründung des Lauenburger Bezirksvereins im Jahre 1926 berichtet auch über die Protokolle der ersten zwei Jahreshauptversammlungen von 1928 und 1929, die von dem 1. Vorsitzenden, Herrn Theodor Götze, geschrieben waren. Das „Land an der Elbe“ hieß die monatliche Beilage zur Allgemeinen Lauenburgischen Landeszeitung von 1928 bis 1941.
Sie wurde heraus gegeben unter der verantwortlichen Schriftleitung von Ernst Freystatzky, einem Gründungsmitglied unserer Bezirksgruppe. Sie wurde ab 1938 auch der Geesthachter Zeitung beigefügt. Hier gibt es eine Chronik, die die stattgefundenen Veranstaltungen des vorherigen Monats auflistet. Dort findet sich die Angabe über die 1928 und 1929 stattgefundenen Jahreshauptversammlungen.

Die 1930er Jahre
1930 wird von drei Veranstaltungen berichtet: einer Mitgliederversammlung am 7. März mit einem Vortrag von Herrn Fr. Nissen über das Herbarium Claudius, von der Jahreshauptversammlung am 27. August und von dem Ausflug am 7. September nach Aumühle und Wohltorf, um die beiden neuen Kirchen (Fotos der Innenansichten) zu besichtigen. Danach tauchen keine Angaben über Veranstaltungen des Ortsvereins mehr auf. Dagegen wird bis April 1936 ausführlich von den Stiftungen für das 1927 eröffnete Heimatmuseum berichtet. Am 20. Oktober 1930 hielt Herr Götze im Verein für Hamburgische Geschichte einen Vortrag über Schloss und Stadt Lauenburg im Wandel der Zeiten.

Fotos um 1960: oben: Heilig-Geist-Kirche in Wohltorf, unten: Bismarck-Gedächtnis-Kirche in Aumühle. Quelle: Sammlung Probst i.R. Dr. Hermann Augustin

Am 7. Juli 1937 wird Götze unter der neuen Leitung des Heimatbundes auf Kreisebene mit in die Fachgruppe für Heimatforschung gewählt. Aus beiden Nachrichten merkt man, wie sehr Herr Götze geschätzt war.
Im Beitrag „Hundert Jahre Geschichtsverein“, Sonderband 20 der Schriftenreihe Lauenburgische Heimat, steht auf Seite 33, dass Landesarchivar Schellbach als Vorsitzender des Kreisvereins im November 1937 zurücktrat und Wilhelm Schwarz, Lauenburg, die Leitung übernahm. Ihm zur Seite stand Ludwig Schreyer, Lauenburg, als Geschäftsführer. Schwarz wird als Oberzollsekretär i. R. im Bericht unserer Gründungsurkunde von 1926 genannt. Ludwig Schreyer war in Lauenburg Bankbeamter.

Die wenigen Angaben in der „Chronik“ über Veranstaltungen der Ortsgruppe erlauben den Schluss, dass man ab 1931 keine Versammlungen mehr machte und die Mitglieder zufrieden waren, am von Herrn Götze geleiteten Museum mitzuarbeiten und die Zeitschrift Lauenburgische Heimat zu erhalten.
Statt Vorträge im Verein zu hören, las man die sehr guten heimatgeschichtlichen Aufsätze im „Land an der Elbe“, die oft von Herrn Götze, Pastor Seeler und Wilhelm Hadeler geschrieben waren. Im Nachruf auf Theodor Götze erwähnt Dr. Langenheim nur seine Arbeit für das Museum und in der Heimatforschung, nicht aber seine Arbeit als Vorsitzender des Bezirksvereins. Erst im ersten Schriftstück der vorhandenen Akten spricht er Helmut Kiehn gegenüber davon, dass es schwer ist, die Nachfolge eines Theodor Götze anzutreten, der von 1926 bis 1954 Vorsitzender des Ortsvereins war.

Neubeginn in den 1950er Jahren
Nach dem Kriege begann der Verein seine Arbeit mit 16 Mitgliedern. Fräulein Elisabeth Lohmann, die aus einer alten Lauenburger Familie stammte und damals in der Grünstraße wohnte, war die Kassenwartin. Sie warb eifrig und erreichte es, dass 1957 der Verein 39 Mitglieder hatte. Den Vorsitz nach Theodor Götzes Tod führte kommissarisch Gertrud Trabert. Dieser wurde aber die Arbeit nach zweieinhalb Jahren zu viel. Nach vergeblichen Versuchen von dem Kreisarchivar und Schriftführer des Gesamtvereins, Dr. Langenheim, gelang es Fräulein Lohmann, Helmut Kiehn doch zu überreden, den Vorsitz des Bezirksvereins zu übernehmen. Er wurde dann auf der Versammlung am 25. November 1957 gewählt und hat den Verein bis zu seinem plötzlichen Tod im Januar I977 fast 20 Jahre lang geführt. Herr Kiehn war gebürtiger Lauenburger. Er war Schriftführer im Familienverband Kiehn und durch diese genealogische Arbeit recht vertraut mit der Heimatgeschichte. Als 2. Vorsitzender wurde der Lehrer Walter Westphal gewählt. Fräulein Lohmann blieb Kassenwartin und enge Mitarbeiterin von Herrn Kiehn.

Die Versammlung am 25. November 1957 war zeitlich vor einen Vortrag in der Volkshochschule gelegt, den Dr. Langenheim im Rahmen einer Vortragsreihe Die Geschichte unserer engeren Heimat hielt. Herr Kiehn arbeitete in den ersten Jahren eng mit der Volkshochschule (VHS) und dem Bund der Vertriebenen (BdV) zusammen. Der kleine Verein hätte allein auch nur selten einen Redner bezahlen können, denn 1958 betrug der Jahresbeitrag sechs Mark für Einzelmitglieder und zehn Mark für körperschaftliche Mitglieder, wie Schulen, Gemeinden und so weiter.

Am 4. November 1960 gab Herr Kiehn bei der ersten Jahreshauptversammlung einen Bericht über die drei Jahre Vereinsarbeit unter seiner Leitung. Die Mitgliederzahl war inzwischen auf 61 angewachsen. Er klagte darüber, dass die Lehrerschaft wenig Interesse an der Arbeit im Heimatbund zeigt. Nach der Vortragsreihe von Dr. Langenheim brachte der Verein zusammen mit der Volkshochschule zwei Vorträge, einen über die Elbe und einen wenig besuchten Vortrag über Südafrika mit seinen Rassenproblemen.

Im Sommer 1958 machte man eine Wanderung vom Totenhaus in Grünhof (Foto oben) zum Glüsing, wobei Apotheker Feige die besonderen Pflanzen im Elbtal zeigte. 1959 wanderte man von Lüdershausen aus an der Neetze entlang durch das Landschaftsschutzgebiet der Weckenstedt und durch die Wiesen nach Echem, zum Teil von dem Mitglied Altenteiler Sponagel aus Echem geführt. Die Urtümlichkeit des Waldes Weckenstedt beeindruckt sehr.

Herr Kiehn berichtete auch von den jährlich gemachten Fahrten des Gesamtvereins. 1958 ging sie zum Pumpspeicherwerk und zum Staudamm in Geesthacht, anschließend in die Vierlande zur Altengammer Kirche und zum Freilichtmuseum Rieckhaus in Curslack. 1959 fuhr man mit dem Schienenbus nach Celle, 1960 mit dem Schienenbus nach Otterndorf und Cuxhaven, und 1960 plante man eine Fahrt nach Schleswig und Haithabu (Foto unten), die auch 1961 durchgeführt wurde.
Foto oben: Geesthacht-Grünhof, bronzezeitl. Totenhaus, Stein;
unten: Schleswig, Haithabu, Wikingerhäuser, Fischfang-Geräte
MM

Mit voller Kraft durch die 1960er Jahre
Im September 1960 feierte die Stadt Lauenburg ihr 700-jähriges Bestehen. Dipl.-Ing. Wilhelm Hadeler, der zu der Zeit als Oberregierungsbaurat an der Marineschule in Flensburg-Mürwik arbeitete und bei seiner Heimatforschung eng mit dem Bezirksverein verbunden war, schrieb dazu die Festschrift. Der Vorstand des Bezirksvereins machte im Kulturausschuss Vorschläge für die Ausgestaltung der Festwoche und veranstaltete mit dem BdV zusammen einen Heimatabend. Dieser kam in der Bevölkerung gut an und führte Altlauenburger und Neubürger zusammen. Höhepunkt der Festwoche war nach Herrn Kiehns Meinung der Umzug der Lauenburger Schulkinder, die in Gruppen versuchten, etwas aus der Geschichte der Stadt darzustellen.

Die Stadt begann im Jubiläumsjahr, das von Flüchtlingen bewohnt gewesene Museum zu renovieren und stellte Dr. Nis Nissen an einigen Tagen der Woche dafür an, die Sammlungen zu überholen und ab 1961 die Elbschifffahrtsabteilung zu erweitern und auszugestalten. Mitglieder unseres Vereins waren ihm dabei behilflich, besonders auch Herr Kiehn selbst, der ihm den Modellbauer Lichte vermittelte. Dies kam auch dem Verein zugute, indem Dr. Nissen im Verein Vorträge zur Lauenburger Stadtgeschichte hielt. Zum Beispiel sprach er auf der Jahreshauptversammlung 1960 zum Thema „Das Lauenburger Schloss im 17. Jahrhundert“.

In den ersten vier Monaten des Jahres 1962 folgten drei weitere Vorträge. Der Vortrag „Schiffe und Schifffahrt auf der Stecknitz“ wurde trotz der Schipperhöge sehr gut besucht und fand in der Presse starke Beachtung. Im November 1962 hielt er noch einen Vortrag und 1963 drei weitere. Auch 1964 fanden noch Vorträge von Dr. Nissen statt. Dann aber verließ er Lauenburg und übernahm im Oktober die Leitung des Museums in Meldorf. Man spürt aus dem Schriftverkehr, wie gut die Zusammenarbeit von Herrn Kiehn und Dr. Nissen war. Vieles aber wurde sicher mündlich erledigt, wenn Dr. Nissen auf dem Weg zum Bahnhof im Büro der Hitzler-Werft eben mal bei Herrn Kiehn vorbei schaute. Diese Zeit der Dr. Nissen-Vorträge war eine Hoch-Zeit in der Vereinsarbeit.

Ende 1961 gab Fräulein Lohmann aus Gesundheitsgründen die Kassenführung ab. Der gerade pensionierte Lehrer aus Krüzen, Heinrich Hoop, wurde ihr Nachfolger. Der Beitrag stieg von sechs auf neun Mark für Einzelmitglieder und für körperschaftliche Mitglieder von zehn auf fünfzehn Mark. Der Verein war auf 67 Mitglieder angewachsen. Durch Herrn Hoops Werbung waren es 1963 schon 76 Mitglieder, 1966 sogar 89 Mitglieder.

Man nahm an den vom Kreis organisierten Fahrten teil. 1962 fuhr man kurz vor der Fertigstellung der Fehmarn-Sund-Brücke nach Fehmarn und setzte noch mit der alten Fähre über. 1963 fuhr man nach Hitzacker, zum Höhbeck, zu einem Rundlingsdorf im Wendland und nach Lüchow. Die Bezirksgruppe selbst beguckte unter Herrn Nissens Leitung Ratzeburg und die schon halb verwachsenen Ausgrabungen in Farchau auf der Marienhöhe. Ein heimatgeschichtlich wichtiges Ereignis vermerkte Herr Kiehn 1961 noch: Das Timmermannsche Haus nahe dem Schloss - wahrscheinlich ist es das alte Torhaus - wurde verkauft und sollte abgerissen werden.

1964, 1966, 1967 und 1968 unternahm die Bezirksgruppe eigene Ausfahrten: zur Oldenburg und nach Wotersen, zu einer Wanderung durch das Hellbachtal, man machte eine Wanderung durch das Salemer Moor und zur Kirche in Mustin (Foto unten Mitte), und man fuhr zum Kiekeberg und nach Wilhelmsburg. Auch an den Fahrten des Gesamtvereins nahm man teil. Diese führten 1964 mit Bahn und Schiff nach Kappeln (Foto der Windmühle) und Maasholm; 1965 nach Bornhöved, Trappenkamp und nach Neumünster zum Industriemuseum und dem Heimattierpark; 1966 in die Vierlande und zum Bergedorfer Schloss; 1967 nach Meldorf und Albersdorf und 1968 nach Soltau und Bispingen wegen der vor- und frühgeschichtlichen Funde auf den Truppenübungsplätzen. Auch Vorträge konnte Herr Kiehn anbieten. In jedem Jahr veranstaltete man zusammen mit der Volkshochschule einen plattdeutschen Abend mit Henry Kelling, Hamburg. Herr Werner Urban sprach über Ausgrabungen aus der Bronzezeit beim Bau der Realschule in Schwarzenbek, und Herr Schröder, Lauenburg, berichtete über die Fürstengruft in der Lauenburger Kirche.
Auch Jahreshauptversammlungen des Gesamtvereins im Grünen Jäger und 1968 in Lauenburg selbst bereichern das Programm mit ihren Vorträgen. 1967 stemmte sich Herr Kiehn gegen die zentrale Zustellung der Hefte und der Einladungen und gegen den Beitragseinzug vom Gesamtverband aus und setzte sich schließlich damit durch. Sein Argument: Die Hefte werden in Lauenburg gedruckt, Mitglieder tragen sie und die Einladungen aus. Es wird Geld gespart, und mancher persönliche Kontakt knüpft sich dabei. Auch der Beitragseinzug bei den 86 Mitgliedern macht keine Mühe.

1969 wurde der Beitrag auf 12 Mark erhöht, körperschaftliche Mitglieder zahlten 18 Mark Jahresbeitrag. Die Stadt fragte nach Namen von bedeutenden Lauenburgern, weil man Straßen im neuen Siedlungsgebiet Stadtmoor III nach ihnen benennen wollte.
Herr Kiehn machte Vorschläge, außerdem setzte er sich für die Erhaltung des Namens „Alte Wache“ im Zentrum der Stadt ein, der an die hannoversche Zeit erinnert. Auch andere plädierten für diesen Namen, und so bleibt er erhalten. Als Herr Hadeler seine Vorträge über die Oberstadt - Babenbrügg - wegen Krankheit absagte, zeigte man Dias vom alten Lauenburg und von der Murjahn-Ausstellung im Museum. Murjahn war ein künstlerisch begabter Bäcker, der in seiner Freizeit Bilder malte und Figuren von Lauenburger Originalen aus Ton herstellte, die heute noch im Museum stehen. Dr. Langenheim hatte sein Amt als Kreisarchivar an Dr. Kaack abgegeben. So fuhr man mit dem Gesamtverein in dessen Heimatstadt Rendsburg und ließ sich dort von ihm führen.

Neue Köpfe in den 1970er Jahren
Von 1969 an machte die Bezirksgruppe keine eigenen Ausfahrten mehr, aber die Angebote vom Gesamtverein waren immer attraktiv. 1970 fuhr man zum Helms-Museum und zum Kiekeberg; 1971 zum neuen Eidersperrwerk; 1972 nach Eutin, Plön, Lütjenburg und Altenkrempe; 1973 zum Museumsdorf Cloppenburg; 1974 zum Luftwaffenmuseum Moorrege bei Uetersen; 1975 zum großen Schleswig-Holstein-Treffen des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes zum Museumsdorf Kiel-Molfsee und 1976 nach Bremerhaven zum Besuch des Museumsschiffes. 1971 war die Jahreshauptversammlung des Gesamtvereins in Geesthacht und 1975 in Lauenburg mit einem Vortrag von Herrn Hadeler über das Ende des Zweiten Weltkrieges in Lauenburg, und 1976 war sie in Schwarzenbek. Neben den vom Gesamtverein ausgehenden Aktivitäten brachte der Bezirksverein jedes Jahr einen plattdeutschen Abend und in der Zeitspanne von 1970 bis 1976 sechs Vorträge, von denen drei von Herrn Hadeler gehalten wurden.

1976 wurde der Beitrag auf 24 Mark erhöht, und es wurde nicht mehr zwischen Einzelmitgliedern und körperschaftlichen unterschieden. Am 9. 1. 77 starb Helmut Kiehn ganz plötzlich, fast 70 Jahre alt. Er hatte den Verein fast 20 Jahre geführt. Im Heft 88 der „Lauenburgischen Heimat“ findet man seinen Nachruf, der knapp und liebevoll seine Leistungen für die Allgemeinheit hervorhebt. - Die Jahresfahrten des Gesamtvereins und die Jahreshauptversammlungen im Südkreis mit ihren guten Vorträgen haben die Arbeit des kleinen Lauenburger Vereins sehr belebt.

Mit Jahresbeginn 1976 hatte Georg Timmermann die Kasse von Herrn Hoop übernommen, der sie 14 Jahre geführt hatte, und dem die Arbeit durch eine Krankheit nun zu viel wurde. Herr Timmermann führte 1977 nach Herrn Kiehns Tod kommissarisch den Bezirksverein weiter, wobei er sich auf das Notwendigste beschränkte, weil eine schwere Krankheit in ihm steckte.

Bald nach Herrn Kiehns Tod hatte der Kreisvorsitzende, Hermann Harms, Frau Erika Kleindienst aus Schnakenbek gefragt, ob sie nicht die Leitung des Bezirksvereins übernehmen wolle. Sie lehnte ab, zumindest für die Zeit, in der sie noch im Schuldienst stünde. Nachdem sie am 31. 7. 1978 pensioniert wurde, fragte man bei ihr erneut an. Sie schob die Übernahme hinaus, bis Herr Hadeler, der damals als Witwer in Lauenburg lebte, energisch wurde und man sich auf eine Versammlung am 29. 11. 1978 einigte. Dabei wurde Frau Kleindienst als 1. Vorsitzende gewählt, 2. Vorsitzender wurde Erich Gramkow, Resi Hoop wurde Schriftführerin, und die Kasse übernahm Gabriele Fechner. Kleindienst versprach der Versammlung, ihre Managerin zu sein, nicht Heimatforscherin, zumal sie nicht aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg stamme. In der Wintersaison wolle sie ihnen mindestens vier Vorträge bieten und im Sommer eine Ausfahrt. Das hat sie über Jahre halten können.

Wie nötig die Neuwahl war, sah man, als schon im Januar 1979 Georg Timmermann starb. Er hatte Frau Fechner und Frau Kleindienst aber noch in die Amtsführung einweisen können. Herr Gramkow als gebürtiger Lauenburger, der in der Elbstraße aufgewachsen war und die Menschen und Verhältnisse in der Stadt kannte, hat beide oft unterstützt und beraten.

Die Ära Kleindienst in den 1980er Jahren
Erich Gramkow übernahm die Vereinsarbeit, als Frau Kleindienst 1981 durch den plötzlichen Tod ihres Mannes unfähig dazu war, und führte sie später zu aktiver Vereinsarbeit zurück. Frau Hoop gab im Herbst 1980 ihren Posten als Schriftführerin auf. Weil sich keiner fand, übernahm Frau Kleindienst diese Arbeit. In der Januarsitzung 1982 legte Herr Gramkow aus Gesundheitsgründen sein Amt nieder, blieb aber als Pressewart und Berater bis zu seinem Tod 1985 erhalten. Georg Block wurde der neue 2. Vorsitzende. Er blieb es bis zur Neuwahl des Vorstandes im November 1982, wählte dann aber lieber die Arbeit als Kassenwart, da Gabriele Fechner aus persönlichen Gründen ihr Amt abgab. Gotthard Lüders wurde 2. Vorsitzender. Den Vorsitz behielt Erika Kleindienst weiterhin und auch den Posten des Schriftführers. Inzwischen war die Mitgliederzahl von 67 auf 108 angewachsen. 1985 starb Herr Gramkow.

Am 19. 1. 1987 war nach vier Jahren wieder die Wahl des Vorstandes. Viele erinnern sich an das genaue Datum, weil an diesem Tag an vielen Orten Schneeverwehungen waren und man von Seiten des Kreises ab 21 Uhr Fahrverbot anordnete. In Lauenburg aber war es mit dem Schnee erträglich, so dass ausreichend Mitglieder für die Wahl gekommen waren. Gotthard Lüders, der die 1. Vorsitzende in den vier Jahren als 2. Vorsitzender mit seinem Wissen und seinem großen Interesse für die Heimatgeschichte unterstützt hatte, musste seinen Posten aus Gesundheitsgründen abgeben. Eva Marunowski stellte sich als einzige für diese Arbeit zur Verfügung. Herr Block blieb Kassenwart. Die beiden während der vorigen Wahlperiode eingesetzten Beisitzer, Gerda Schulz und Friedrich Böckmann, behielten ihre Posten, und Heri Lüders trat als dritter Beisitzer hinzu. Schriftführerin wurde Irma Jersch; Erika Kleindienst blieb als 1. Vorsitzende. Ende 1986 hatte der Verein 119 Mitglieder. Leider sind viele unserer Mitglieder schon alt, und wir wären froh, wenn ein bisschen jüngeres Blut zu uns käme. Wohl reichlich ein Drittel der Mitglieder stammt nicht aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg, sondern aus anderen deutschen Landen.
Die Anzahl der Vorträge wurde von Jahr zu Jahr mehr, Museumsbesichtigungen kamen hinzu. In jedem Jahr machte der Verein im Sommer einen Halbtagesausflug. Er erfreute sich solcher Beliebtheit, dass wir seit 1983 zwei dieser Studienfahrten in einem Sommer unternahmen. Sie standen immer unter der Leitung von dem Lauenburger Museumsleiter Jacob Kron und wurden oft durch Vorträge ergänzt. Jetzt begann die Bezirksgruppe, Tagesfahrten zu unternehmen, die aber weniger Anklang finden, weil manche unserer älteren Mitglieder sich solche Anstrengungen nicht mehr zutrauen. Deshalb bedauerte der Lauenburger Verein es, dass der Gesamtverein seine Jahresfahrten aufgegeben hat. Sie boten die Möglichkeit, die körperlich leistungsfähigeren von unseren Mitgliedern zu entfernteren Zielen zu führen. Mit dem Alter unserer Mitglieder hängt es auch zusammen, dass Veranstaltungen am Nachmittag oft stärker besucht werden als am Abend. Im Schnitt hatten wir 30 Zuhörer, es sind aber auch einmal 50 gewesen. Der Rekord war 95. Seit 1981 machte die Bezirksgruppe, wie es auch Herr Kiehn tat, einen plattdeutschen Abend zusammen mit der Volkshochschule.

Zum Schluss mus noch unser damaliger Museumsleiter Jacob Kron erwähnt werden. Er hat als alter Wandervogel fast alle Fahrten mit seiner Vorsitzenden ausgearbeitet. Vor allem aber war er beliebt als Vortragender. Es wurde immer ein volles Haus, wenn er sprach. Er hat uns die lauenburgische Geschichte nahegebracht in Vorträgen und Ausstellungen.

Autorin: Erika Kleindienst. Abgedruckt in „Lauenburgische Heimat“ 118, Oktober 1987, Seiten 98 - 104.
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