Lauenburg, Altstadt mit der Elbe, darauf Dampfschiffe der Reederei Burmester, Ölbild von Heinrich Murjahn Geschichte.

Theodor Götze * 1878, † 1954

Theodor Götze, Lauenburg (1878 - 1954)

Als Lehrersohn in Ratzeburg geboren, wandte sich Götze ebenfalls diesem Beruf zu. Er besuchte die Präparandenanstalt in Bad Oldesloe und anschließend das Lehrerseminar in Ratzeburg. Erste Junglehrerstellen hatte er in Krümmel und Mölln. Von 1899 - 1903 war er Lehrer in Kulpin, dann bis 1920 in Buchhorst, unterbrochen durch die Teilnahme am I. WK. Bis zu seiner Pensionierung war er als Lehrer und später Konrektor der Volksschule in Lauenburg/Elbe tätig, wo er fast ein Vierteljahrhundert gewirkt hat. Von der Gründung 1926 bis zum Tode 1954 leitete er den Heimatbund und Geschichtsverein in Lauenburg/Elbe.

Theodor Götze, Lehrer und Heimatforscher, Lauenburg

Nach dem Krieg erschienen die „Lauenburgischen Heimatblätter“ als Beilage der Lauenburgischen Landeszeitung. Auch für die Wochenbeilage „Das Land an der Elbe“, meist 4 Seiten lang, verfasste Götze zahlreiche Aufsätze. Götze war einer der eifrigsten Beiträger mit meist kleinen Geschichten aus der Stadt Lauenburg sowie über die Geschichte von Dörfern im Stecknitztal. Außerdem schrieb er ein Buch zur Geschichte des Amtes Steinhorst.


Theodor Götze war neben dem Seniorchef der Buchdruckerei Gebr. Borchers, Ernst Freystatzky, eine der treibenden Kräfte für die Gründung der Bezirksgruppe Lauenburg. Am 16. August 1926, dem Tag der Gründung, hielt er einen Vortrag über deren Notwendigkeit, wie sie aus dem Protokoll des Herrn Freystatzky zitiert wird:


„Uns Lauenburgern steht es an, unsere Stadt und unser Land zu schützen und zu lieben. Dem Recht steht aber allemal die Pflicht zur Seite. Es besteht die Gefahr, Unwiederbringliches zu verlieren, drum ist es Pflicht, zu hüten und zu bewahren. Der Schrittmacher ist in dieser Aufgabe der Heimatbund Hzgt. Lauenburg. Groß sind seine Ziele. Um aber voll zu erfassen, was uns in der Stadt Lauenburg besonders am Herzen liegt, ist es gut und nütze, einen eigenen Weg zu gehen... Wohl suchen wir unserer Stadt an der Elbe ein Kleid zu geben, das ihr wohl ansteht... Wohl geben wir unseren Häuslein ein farbenprächtiges Äußeres. Doch ist damit nicht alles getan. Verborgene Schätze zu heben, den guten Kern aus einer unscheinbaren Schale herauszuschälen, das ist unsere Aufgabe... Ein jeder öffnet die Augen auf dem Gebiete, das seinem Interesse naheliegt. Wir sammeln, schauen, lassen uns erzählen, wir raten und lassen uns vom Kenner beraten. Die Einordnung und Festlegung des zusammengetragenen Materials, das sei unseren Zusammenkünften übertragen. Es soll vor allem nicht fehlen eine kurze und klare Niederschrift des Erarbeiteten. Sie sei unterstützt durch Zeichnungen, Skizzen und Lichtbilder und gebe denen, die nach uns Lauenburg ihre Heimatstadt nennen, Bild und Zeugnis unserer Tage.“


Herr Götze ist dann konsequent diesen Weg, den er in seinem Vortrag aufgezeigt hat, gegangen. Nachdem die Stadt Lauenburg beschlossen hatte, den früheren Ratskeller in der Elbstraße 59 anzukaufen, um ihn als Museum v. a. für die Sammlung des Postmeisters Johannes Friese und viele Gaben der Bewohner der Stadt zu nutzen, arbeitete Götze diese Sammlung auf. Am 24. Juli 1927 erhielt er bei der Eröffnung den Schlüssel zum Museum, damit auch dessen Leitung neben seinem Beruf. In seinen letzten Lebensjahren nach dem Tode seiner Frau hat er sogar im Museum gewohnt. Er hat „sein“ Museum und auch den Heimatbund bis zu seinem Tode geleitet. Auf dem Lauenburger Friedhof ist er begraben.


Am 19. September 1927 erhielt Götze als Erster für seine besonderen Verdienste auf dem Gebiet der Heimatforschung die neu geschaffene Kreisplakette. Die Stadt Lauenburg ehrte ihn, indem sie eine Straße nach ihm benannte.


(Zeitschrift: Lauenburgische Heimat Nr. 4 vom April 1954, Seite 1,
Buch: Biografisches Lexikon Herzogtum Lauenburg, Seite 180,
Vortragsmanuskript von Erika Kleindienst zum 60-jährigen Jubiläum 1986)

Land an der Elbe: Inhaltsverzeichnis (Auszug)
Niedersächsische Mitteilungen der Allgem. Lauenburgischen Landeszeitung

Die folgenden Beiträge hat Theodor Götze geschrieben:

Heft Nr.

Erschienen Monat, Jahr

Anfang Seite

Titel

1

Januar 1934

3

Tabaksbau in Lauenburg/Elbe

2

Februar 1934

6

Herzoglicher Hofhalt zu Franzhagen

3

März 1934

10

Reichtum im Bürgerhaus

6

Juni 1934

22

Heimische Industrie ums Jahr 1840

8

August 1934

29

Der Leinenschatz in Schrank und Truhe

10

Oktober 1934

37

Der Lauenburger Bibeldruck von 1743

10

Oktober 1934

38

Lauenburg verliert die Superintendentur

11

November 1934

43

Am Lauenburger Marktplatz

12

Dezember 1934

46

Lauenburg erhält eine Gasanstalt

3

März 1935

9

Festtag und Alltag -
Rückblicke auf das heimische Bürgerleben früherer Zeit

7

Juli 1935

26

Spur und Rest der Hasenburg

9

September 1935

34

Handwerker in der Stadt Lauenburg a. d. Elbe um das Jahr 1750

11

November 1935

42

Die Berlin - Hamburger Eisenbahn

1

Januar 1936

1

Rückblick auf das heimische Bürgerleben früherer Zeit II

2

Februar 1936

5

Lauenburg als Garnisonsstadt

5

Mai 1936

19

Lauenburger Ratskeller I

8

August 1936

30

Lauenburger Ratskeller II

2

Februar 1937

7

Gottlieb Homburg, reitender Förster zu Franzhof

4

April 1937

13

Wie unser Elbstrom bezwungen ward

5

Mai 1937

17

Jürgen Christian und Johann Dietrich Findorff

7

Juli 1937

25

Auf dem Schützenplatz

11

November 1937

42

Die Schaalfahrt im 16. Jahrhundert I

12

Dezember 1937

47

Die Schaalfahrt im 16. Jahrhundert II

4

April 1938

13

Lauenburg in der deutschen und schleswig-holsteinischen Geschichte I

7

Juli 1938

25

Lauenburg in der deutschen und schleswig-holsteinischen Geschichte II

9

September 1938

33

Das Bürgerbuch der Stadt Lauenburg

12

Dezember 1938

45

Minnegabe bindet uns

2

Februar 1939

5

Der Lauenburger Spielplatz -
Hinweise auf seine Entwicklungsgeschichte

3

März 1939

9

Das Interglaziale Torflager bei Lauenburg

7

Juli 1939

25

Hand- und Spanndienstpflichten -
Rückblick auf frühere Dienstverhältnisse

11

1939 November/ Dezember

37

Aus alten Rechenbüchern

3

1940 März/April

5

Wassersnöte -Ein zeitgemäßer Rückblick

11

1940 November/ Dezember

21

Die Einverleibung Lauenburgs in Preußen

Lauenburgische Heimatblätter 1927: Inhaltsverzeichnis (Auszug)
Wöchentliche Beilage der Lauenburgischen Zeitung - Ratzeburger Anzeiger
Die folgenden Beiträge hat Theodor Götze geschrieben:

Heft Nr.

Erschienen Monat, Jahr

Titel

1

10. Januar 1927

Aus des Aberglaubens Reich.

3

22. Januar 1927

Herold Winterling, die Frühlingsblume.

5

5. Februar 1927

Blicke in die Franzosenzeit. (Forts. Nr. 6)

6

12. Februar 1927

Blicke in die Franzosenzeit. (Schluß)

9

5. März 1927

Das Erbgut Kastorf. Einblicke in seine ältere Geschichte.

11

19. März 1927

Beim Camerarius Grünenberg.

15

16. April 1927

Der kleine Schläfer. (Gang v. Schloß nach dem Kalandhause)

20

23. Mai 1927

Wassersnöte Hie und dort.

21

23. Mai 1927

„Ein köstlich Büchlein“ (betr. Famille Freystatzky)

23

11. Juni 1927

Lauenburg im 16. Jahrhundert. Kirchenzucht und Bürgerleben.

24

21. Juni 1927

Das Ratsmann- und Feuergräfenamt. Kulturgeschichtliche Skizze.

26

6. Juli 1927

Landdrost Johann Christian von Düring.

27

14. Juli 1927

Zunftsorgen im Schneideramt.

31

19. August 1927

Türkensteuer.

32

26. August 1927

Groß-Grönau in seiner geschichtlichen Blütezeit.

34

14. September 1927

Ritzerau, das feste Haus. (Forts. Nr. 35)

35

17. September 1927

Ritzerau, das feste Haus. (Schluß)

43

11. November 1927

Ein Gang durchs Ratzeburger Schloß. (Forts. Nr. 44)

44

18. November 1927

Ein Gang durchs Ratzeburger Schloß. (Schluß)

46

3. Dezember 1927

Amt-Steinhorster Familien im 16. Jahrhundert.

48

19. Dezember 1927

Fürstenweg und Menschenlos. (über Franz II.)

Lauenburgische Heimat: Inhaltsverzeichnis (Auszug)
Den folgenden Beitrag hat Theodor Götze geschrieben:

Heft Nr.

Erschienen Monat, Jahr

Seiten-zahl

Bilder-zahl

Titel

3

Februar 1953

2

0

Herold Winterling, die Frühlingsblume

Bezirksgruppe Lauenburg/Elbe im

Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg e. V.

1. Vorsitzender:


vakant

2. Vorsitzender:


Manfred Maronde

Telefon: 0 41 53 / 5 99 08 48

E-Mail: Manfred.Maronde@t-online.de

Hinweise:

Impressum  Disclaimer

Datenschutz  Kontakt

© 2019  Heimatbund und Geschichtsverein, D-21481 Lauenburg