Lauenburg, Altstadt mit der Elbe, darauf Dampfschiffe der Reederei Burmester, Ölbild von Heinrich Murjahn Geschichte.

Gründung des Vereins

1925 war der Heimatbund in Ratzeburg gegründet worden. Dies mag den Anstoß gegeben haben zur Gründung des Lauenburgischen Heimatbundes, der sich dem Heimatbund auf Kreisebene anschloss. Am 16. August 1926 war im Hotel Stappenbeck die Gründungsversammlung. Wie aus der Ablichtung der Gründungsurkunde (Bild rechts) hervorgeht, waren der Seniorchef der Buchdruckerei Gebr. Borchers, Herr Ernst Freystatzky, und der Lehrer Theodor Götze die treibenden Kräfte für diese Gründung. Im Betrieb von Herrn Freystatzky wurde die „Lauenburgische Landeszeitung“ verlegt.


Seit 1928 lag am Sonnabend der Zeitung ein Unterhaltungsblatt bei: „Das Land an der Elbe“, das heute eine Fundgrube für Heimatgeschichtler ist. Theodor Götze war 1926 zur Zeit der Gründung des Heimatbundes 48 Jahre alt und in der Volksschule als Lehrer, vornehmlich in der Grundschule, tätig.


Aus den Berichten von den ersten zwei Hauptversammlungen geht hervor, dass Herr Pastor Siegfried Seeler drei Vorträge in dieser Zeit hielt. Er war also ebenfalls aktiv im Heimatbund. Pastor Seeler war von 1923 bis 1933 in Lauenburg tätig. Er gab 1938 von Hamburg-Bramfeld aus die Schrift „Die Maria-Magdalenen-Kirche Lauenburg/Elbe“ heraus. 1969 ist in der Schriftenreihe des Heimatbundes und Geschichtsvereins als Band 14 von ihm herausgekommen „Lütau - ein Kirchspiel in der Sadelbande“. Man sieht, obgleich Seelers berufliches Arbeitsfeld später in Hamburg-Bramfeld lag, dass er heimatgeschichtlich dem Raum Lauenburg verbunden blieb.


In dem von Herrn Freystatzky von der Gründungsversammlung geschriebenen Bericht sind die unterschriebenen Personen mit ihren Berufsbezeichnungen genannt. Es sind die Lehrerinnen Frl. Thomann und Frau Dr. Pflugradt, der Rektor der Volksschule H. Moormann, der pensionierte Rektor der Albinus-Realschule F. Ruhsert, der Lehrer a. D. Koop, Pastor Schneider und Pastor Seeler, Oberzollsekretär i. R. Wilhelm Schwarz und der Stadtrentmeister a. D. N. Nagel. Man sieht, damals war die Lehrerschaft noch aktiv am Heimatgedanken interessiert, wie auch die Pastoren, dazu wie heute Menschen, die

im Ruhestand stehen.

Frühere Vorsitzende

Gründungs-Urkunde Lauenburgischer Heimatbund, Ortsgruppe Lauenburg-Elbe von 1926

Urkunde von der Versammlung zur Gründung am 16. August 1926 mit Unterschriften

Versammlung 1928

Herr Konrektor Theodor Götze begrüßte am 26. Juni 1928 die Anwesenden, besonders den Veteranen der Schiffahrt Christian Bollhorn und den Töpfer Wallmann. Er gedachte in warmen Worten des kürzlich verstorbenen Konrektors Hermann Hadeler, dem Vater des Lauenburger Heimatforschers Wilhelm Hadeler. Dann gab er den Bericht von der Zeit der Gründung des Vereins bis zum 31. März 1928. Der Heimatbund hatte inzwischen 40 Mitglieder. Man hatte 3 Mitgliederversammlungen mit folgenden Vorträgen abgehalten:

  1. Auszüge aus 3 Urkunden über Lauenburg, 1217, 1312, 1429; Referent P. Seeler
  2. Jürgen Christian Findorff; Referent Th. Götze 1)
  3. Lauenburg als Brücke zwischen Elbe und Ostsee; Referent Pastor Seeler


Die Vorträge sind als Broschüre bei der Firma Borchers erschienen. Außerdem wurden meist monatlich Vorstandssitzungen abgehalten.


Kassenverhältnisse: Die Instandsetzung der neuen Museumsräume übernahm der Verein und bezahlte dies durch Eintrittsgelder und Mitgliedsbeiträge, sowie durch 500,- RM, die vom Kreis zur Verfügung gestellt wurden. Kassenbestand war 166,57 RM. Dem Kassenführer, Herrn Ernst Freystatzky, wurde Entlastung erteilt.


Am 18. September 1926 beschlossen die städtischen Kollegien, den früheren Ratskeller anzukaufen, ihn als Museum zu verwenden und dort die ehemalige Friesesche Sammlung unterzubringen und der Öffentlichkeit zu zeigen. Da die Sammlung durch unsachgemäße Lagerung gelitten hatte, konnte das Museum erst an 24. Juli 1927 eröffnet werden. An drei Tagen der Woche - Sonntag, Dienstag und Donnerstag - wurde es von 11.00 bis 4.00 Uhr geöffnet. Es wurde häufig besucht von Einheimischen und Auswärtigen, von Schulen, Vereinen und auch von Wissenschaftlern.


Man nahm an den Sitzungen des Kreisvereins teil und machte der Stadt Vorschläge zur Verschönerung des Stadtbildes; z. B. schlug man vor, dass bei Auflösung des Soldaten-Friedhofs die Grabplatten an der Südseite der Kirche angebracht werden sollten. 2)


Zum Abschluss hielt der Altschiffer Christian Bollhorn einen Vortrag über die Geschichte des Stecknitzkanals mit den 8 Stau- und einer Kastenschleuse. Er gab ein lebendiges Bild von dieser Schifffahrt aus eigener Erfahrung. Im Museum waren damals schon Modelle von Stecknitzschiffen vorhanden. 3)


Herr Götze dankte nach einer lebhaften Aussprache Herrn Bollhorn und schloss die Versammlung. Anschließend, machten die Anwesenden noch einen Gang durch das an Schenkungen immer reichhaltiger werdende Museum.


1) Jürgen Christian Findorff wurde bekannt als königlich- hannoverscher Moorkommissar und wirkte im Raum der Oste, Hamme, Schwinge und Wümme. Er war der Sohn des Ratstischlermeisters in Lauenburg.


2) Heute steht auf dem Gelände des Soldatenfriedhofes die katholische Kirche. Zwei große Grabplatten von hannoverschen Offizieren sind nahe dem Kircheneingang an der Umfriedungsmauer aufgestellt.


3) Bei der Angabe von 8 Stau- und einer Kastenschleuse kann es sich nur um die Schleusen in der Delvenau handeln, wobei mit Kastenschleuse die Palmschleuse in Lauenburg gemeint sein muß. Im Jahre 1900 wurde der alte Stecknitzkanal durch den Elb-Trave-Kanal abgelöst, heute nennen wir ihn Elbe-Lübeck-Kanal.

Versammlung 1929

Man merkt diesem Bericht vom 28. Juni 1929 an, Vereins- und Museumsarbeit haben in Lauenburg ihren Platz gefunden. Nur ein Mitglied ist hinzugekommen. Der Kreisausschus gab 200,- RM zur Einrichtung eines 5. Zimmers im Museum, um Lauenburger Töpferkunst und ein Lauenburger Bauernstübchen zeigen zu können. Der Heimatbund gab am 30. Januar 1929 einen gut abgefassten Spendenaufruf heraus.


Es fanden sich 16 Geber, die insgesamt 410,- RM spendeten. Damit konnte das aus der Frieseschen Sammlung stammende Ölgemälde vom letzten Lauenburgischen Herzog Julius Franz restauriert werden. Die Genossenschaftsbank gab 75,- RM zum Kauf eines Glasschrankes, um die wertvolle Porzellansammlung ausstellen zu können. Insgesamt verbrauchte man zur Restaurierung und Unterhaltung der Museumsgegenstände 845,- RM, eine hohe Summe nach Theodor Götzes Meinung. Die Lauenburger Handwerker stifteten Gegenstände und Schriften ihrer Innungen dem Museum. Auch Stadtbücher wurden im Museum untergebracht, so dass mancher Familienforscher hier Auskunft finden konnte.


1928 feierte man die 700-Jahrfeier der Maria-Magdalenen-Kirche. Am Vorabend der Feier hielten Pastor Seeler und Herr Götze Vorträge dazu. Herr Pastor Seeler hatte als Thema „Was unsere Kirche erzählt“, und Herr Götze sprach über Altarraum und Fürstengruft.


Im Museum war eine Sonderausstellung zu diesem Thema aufgebaut. Eine zweite und kleinere Sonderausstellung fand im Oktober 1928 statt. Man zeigte Bücher, Schriften und Urkunden des Lauenburger Handwerks. Am 5. 1. 1929 hielt Herr Dipl.-Ing. Wilhelm Hadeler einen Lichtbildervortrag über das Thema „Vom bildhaften Erleben der Heimat“. Diesen Jahresbericht schloss der Vorsitzende Herr Götze „mit dem freudigen Erkennen, dass in Lauenburg an der Elbe der Sinn für die Bestrebungen des Heimatbundes sich immer mehr vertieft und erweitert haben und dass diese vielseitige Unterstützung finden.“ Dann wurden der Vorsitzende und die Rechnungsprüfer wiedergewählt.


Nach diesem Bericht hielt Herr Töpfermeister Wallmann einen Vortrag über das Töpferhandwerk in früherer Zeit. Er erzählte von Lauenburgs Töpferzunft mit ihren 13 Meistern, von dem herzoglichen Privileg, die Töpferwaren zollfrei nach Hamburg und Lübeck verfrachten zu können und von den Werkstätten am Töpferberg und in der Töpferstraße. 4)


4) Töpferberg und Töpferstraße: Da mir beide Ortsbezeichnungen vollkommen fremd sind und es heute nur den Straßennamen "Bei den Töpferkuhlen" gibt, erkundigte ich mich bei der Tochter von Herrn Wallmann. Auf der Goldenen Hochzeit eines Schiffers, auf der viele alte Lauenburger weilten brachte diese in Erfahrung:


Weil der Lauenburger Ton sich nur auf 800 ° brennen läßt, ließen sich Töpfer auch hochwertigen Ton mit Brennwert von 1300 ° mit dem Schiff bringen. Dieser wurde am Lösch- und Ladeplatz nahe den Häusern gelagert - Töpferberg. Bei Töpferstraße ist sie nur auf Vermutungen angewiesen... Der Lauenburger Ton wurde im Westen der heutigen Oberstadt gegraben nahe der Lütauer Chaussee und der Juliusburger Landstraße. Die Töpfer haben in der Unterstadt gewohnt, z. B. in der Grünstraße.



Quelle:

Protokoll von Erika Kleindienst zum 60. Jubiläum der Vereinsgründung

Bezirksgruppe Lauenburg/Elbe im

Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg e. V.

1. Vorsitzender:


vakant

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Manfred Maronde

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