Ehrennadel - Heimatbund Lauenburg

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Ehrennadel

Horst Eggert erhielt Ehrennadel

Ministerpräsident Daniel Günther zeichnete am 7. Dezember 2021 in Kiel vier verdiente Ehrenamtler mit der Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein aus, einer ist der langjährige Vorsitzende Horst Eggert. Auf seiner Presseseite www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/A/auszeichnungen/ehrennadeln.html wird folgende Begründung genannt:

Horst Eggert engagiert sich seit mehreren Jahrzehnten für die Erforschung und Pflege der lauenburgischen Geschichte und Landeskunde. Als langjähriger Vorsitzender setzte er sich für die Bezirksgruppe Lauenburg/Elbe im Heimatbund und im Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg ein. Er gab heimatkundliche Berichte heraus und hielt Vorträge und Lesungen. Daneben bot er Führungen zur Geschichte der Stadt sowie des Lauenburger Friedhofes an.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Initiierung von gut 100 Informationstafeln und eine Foto-Dokumentation zur Baugeschichte historischer Gebäude. Er warb bei Benefizaktionen Gelder ein für die Erhaltung von Museen und Denkmälern und erstellte zum jährlichen 'Tag des offenen Denkmals' eine Ausstellung."

Der aktive Vorstand der Bezirksgruppe gratuliert Horst Eggert zu dieser verdienten Auszeichnung. Gleichzeitig wünschen wir uns alle, ihn noch viele Jahre in unserer Mitte haben zu dürfen und von seinem außerordentlichen Wissensschatz profitieren zu können.
Fotos: Ministerpräsident Daniel Günther steckt Horst Eggert die Ehrennadel ans Revers.
Die Urkunde und die Ehrennadel in Silber.
(Fotograf: Dirk Eisermann)
Ehrennadel für Horst Eggert
Geschichtsforscher von Ministerpräsident Daniel Günther geehrt
Menschen, die über viele Jahre ehrenamtlich tätig gewesen sind, können mit der Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet werden. Vorausgesetzt werden selbstständige Leistungen über einen langen Zeitraum. Nun erhielt der Lauenburger Horst Eggert die Ehre.
KIEL/LAUENBURG. Horst Eggert wurde nun also von Ministerpräsident Daniel Günther geehrt, da er sich seit mehreren Jahrzehnten für die Erforschung und Pflege der lauenburgischen Geschichte und Landeskunde engagiere. Für Horst Eggert selbst war das fast zu viel der Ehre“, wie er gegenüber dem Wochenend Anzeiger betont. „Ich habe mich aber, um ehrlich zu bleiben, sehr gefreut, so im Kreis meiner Kinder und eines lieben Freundes in diesem Ambiente in Kiel geehrt worden zu sein“, stellt er dennoch fest.

Als 9-jähriges Flüchtlingskind war Horst Eggert am 21. Juni 1945 mit der Familie beim Großvater mütterlicherseits in Lauenburg angekommen. Der Großvater hatte hier an der Friedrichsbrücke einen Fuhrbetrieb mit angeschlossener Landwirtschaft. Eggert erinnert sich: Ich selbst habe diesen Hof als gelernter Gärtner 25-jährig mit meiner Frau 1956 bis zur Aufgabe 1964 als Lauenburger Ackerbürger bewirtschaftet. Hier muss wohl die erste „Geschichtsimpfung“ stattgefunden haben, denn das Haus wurde 1429 erbaut und war dort an der Friedrichsbrücke das Torhaus zum Schloss. Das Haus lohnte sich zu erforschen. (Einziges Haus mit einer Haustafel in der Oberstadt.) Derartige Informationstafeln, rund 100 an der Zahl, entwickelte Horst Eggert später gemeinsam mit dem Gestalter Hans-Jürgen Rumpf für die Lauenburger Unterstadt. Auch dieser Punkt fand in der Laudatio in Kiel Erwähnung. Ebenso seine Tätigkeiten als Vorsitzender des Lauenburger Heimatbundes. „Als Leiter des Heimatbund und Geschichtsvereins Herzogtum Lauenburgs - Lauenburg/Elbe war es von Anfang an mein Bestreben, die Geschichte der Stadt Lauenburg zu erforschen und vor allem darüber zu berichten. Das aufkommende Internet, in das ich mich sofort einfummelte, kam mir sehr entgegen“, so Eggert. Die jährliche Ausstellung zum „Tag des offenen Denkmals“ im Elbschifffahrtsmuseum und die feierliche Eröffnung dieses Tages mit dem AAL (Arbeitskreis Altstadt Lauenburg) seien dabei regelmäßige Höhepunkte gewesen. Verschiedene Ausstellungen hebt er ebenfalls hervor. Etwa zum 1. Weltkrieg oder zum Lauenburger Geld. Auch die fanden in der Laudatio Erwähnung. „Eine weite Geschichtsfahrt führte uns nach Tschechien, nach dem alten Schlackenwerth, heute Ostrov. Hier besaßen unsere Herzöge ein Schloss, welches es uns angetan hatte. Sogar unser Bürgermeister Andreas Thiede hatte sich uns angeschlossen und knüpfte neue Kontakte.“ Dabei betont Eggert auch: „Alle ehrenamtlichen Aktivitäten und Ideen zu verwirklichen, die ich hatte, verdanke ich auch meiner verstorbenen lieben Frau Margit, die selbst ein Zeitungsarchiv über Lauenburg erarbeitete und die familiäre, aber auch außerfamiliäre Ahnenforschung betrieb. Ohne sie, hätte ich das nicht geschafft.“

Das galt auch fürs sportliche Ehrenamt. Für die Betreuung von Turnkindern in den Zeltlagern der SH-Turnerjugend dabei oder den Fahrten zu Deutschen Turnfesten. „Frankfurt 1983 sticht da besonders heraus“, so Eggert. Gemeinsam mit Udo Schönherr aus Schwarzenbek hatte er als Kreisoberturnwart 1981 außerdem die „Traditionsturnriege Herzogtum Lauenburg“ ins Leben gerufen. Deren Geschichte würde er aktuell niederschreiben. „Das Ehrenamt hat für mich und meine Frau das ganze Leben lang eine große Rolle gespielt“, resümiert der Geehrte abschließend. bda

Wochenend Anzeiger vom 11. Dezember 2021

Heimatforscher Horst Eggert wird heute in Kiel ausgezeichnet
Lauenburg. Wer in Lauenburg aufgewachsen ist und seine Jugend mit bestimmten Gebäuden oder Straßenzügen verbindet, fragt manchmal in den sozialen Netzwerken nach, welche Geschichte dahinter steckt. Meist kommt dann der Rat: „Frag doch mal Horst Eggert!“ Und oft kommt prompt die Antwort des 85-Jährigen. In Lauenburg kennt fast jeder das „Gedächtnis von Lauenburg“ egal, ob jung oder alt. Horst Eggert wird am heutigen Dienstag mit der Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Am Vormittag nimmt er gemeinsam mit drei anderen Geehrten die hohe Auszeichnung aus den Händen von Ministerpräsident Daniel Günther in Empfang.

„Horst Eggert engagiert sich seit mehreren Jahrzehnten für die Erforschung und Pflege der lauenburgischen Geschichte und Landeskunde“, heißt es unter anderem in der Laudatio. Um dieses Wissen „unter die Leute“ zu bringen, ist der Lauenburger Heimatforscher nicht nur in mehreren Facebookgruppen aktiv. Er hält Vorträge und organisiert Ausstellungen. Dank seiner Recherchen hängt an den meisten Häusern in der Altstadt eine Tafel mit der Geschichte und den Namen der ehemaligen Bewohner der Gebäude.
Hohe Auszeichnungen auch durch die Stadt Lauenburg
Es gibt ja ein bekanntes Sprichwort: Der Prophet gilt nichts im eigenen Land. Damit ist gemeint, dass manche Menschen zwar außerhalb ihrer Heimat hoch geschätzt werden, zu Hause aber unbeachtet bleiben. Das ist im Fall von Horst Eggert ganz und gar nicht so. Bereits 2010 erhielt er beim Neujahrsempfang den Ehrenteller der Stadt.

Damals hatte er sich vor allem um die gerade sanierte Heinrich-Osterwold-Halle stark gemacht. Die alte Halle hat eine lange Geschichte hinter sich: Gebaut als Kuhstall, später als Tanzsaal umfunktioniert und ab 1949 schwitzten die Aktiven der Lauenburger Sportvereinigung hier. Den Namen „Heinrich-Osterwold-Halle“ erhielt das Gebäude im Jahr 1972, benannt nach dem langjährigen Lauenburger Oberturnwart.

Mit Händen und Füßen wehrte sich Horst Eggert dagegen, dass der Halle der Name des „Lauenburger Turnvaters“ aberkannt wurde. Vorschläge wie „Elbsalon“ oder „Alter Tanzsaal“ machten damals die Runde. Eggert setzte sich schließlich gegen die Vorschläge der Verwaltung durch, und so blieb der historische Name der ehemaligen Turnhalle erhalten.

Zehn Jahre später wurde beim Neujahrsempfang wieder der Name von Horst Eggert aufgerufen. Er erhielt für seine Verdienste um die Lauenburger Stadtgeschichte den „Rufer“, die höchste Auszeichnung, die die Stadt zu vergeben hat.
Als Flüchtling in der Nachkriegszeit nach Lauenburg gekommen
Auch wenn man es meinen könnte, ein echter „Launborger Jung“ ist Horst Eggert gar nicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg landete er als Flüchtlingskind mit seiner Familie in Lauenburg. Neben Erinnerungen an Hunger, Kälte und blanke Not erzählt Horst Eggert auch immer wieder Anekdoten aus jener Zeit. Etwa, wie er mit seinen Freunden damals Munitionsreste
sammelte, um mit dem Schwarzpulver allerlei Unfug zu treiben. Die heitere Sichtweise der Kinder eben.

Den Schalk hatte er damals schon im Nacken. Das hat sich nicht geändert, und so sind seine Vorträge nie staubtrocken. Besonders wenn er dabei ab und zu einen Schwank aus seiner Jugendzeit erzählt, müssen sich die Zuhörer oft Lachtränen aus den Augen wischen. Vielleicht ist eines der Geheimnisse, weshalb auch junge Lauenburger sagen: „Frag doch mal Horst Eggert!“

Bildtext: Ob historische Fotos oder alte Zeitungsartikel: Horst Eggert hat ein großes Archiv und gibt sein Wissen gern weiter.

  • Menschen, die über viele Jahre ehrenamtlich tätig sind, können mit der Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet werden.
  • Die Verleihung setzt eine Tätigkeit zum Wohle der Allgemeinheit voraus. Das Engagement muss in einer außergewöhnlichen Leistung bestehen.
  • Die Ehrennadel ist 15 Millimeter groß, besteht aus Silber und zeigt das Landeswappen von Schleswig-Holstein.

Lauenburger Landeszeitung, vom 7. Dezember 2021, von Elke Richel

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