Vaterländisches Archiv
für das Herzogthum Lauenburg

Erster Band.
Ratzeburg. Verlag der Buchhandlung von H. Linsen. 1857
 


XI.

Die Franz Albrecht von Sachsen-Lauenburg. *)

Von T. F. Heine, mitgeteilt von Herrn Pastor Vieth in Kuddewörde.

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FRANZ ALBRECHT, geboren den 31sten October 1598, war einer der jüngeren Söhne des Herzogs Franz II zu Lauenburg von dessen zweiter Gemahlin Maria, Tochter des Herzogs Julius zu Braunschweig, mit der und einer früheren Gattin Margarethe, Tochter des Herzogs Philipp von Pommern, er 19 Kinder gezeugt hatte. Die verhältnißmäßig sehr dürftigen Apanagen zwangen die Söhne sich im auswärtigen Kriegsdienste zu versuchen, eine Laufbahn, die auch Franz Albrecht zu erwählen gezwungen ward.
Von seiner früheren Erziehung ist wenig bekannt. Frühe schon begab er sich zu dem weitläuftig mit ihm verwandten Königshause Schwedens nach Stockholm, doch ist nicht genau zu ermitteln, wann er von da nach Deutschland zurückkehrte. Sein Aufenthalt in Schweden trug nicht wenig dazu bei, daß er sich bald nach seiner Rückkehr nach Deutschland dem böhmischen Aufstande anschloß, und unter den Grafen von Hohenloe und Mans-
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*) Aus den nordalbingischen Studien ersten Bandes erstes Heft 1844.

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feld gegen den Kaiser focht. Dies geschah jedoch sicherlich nicht aus Eifer für den Protestantismus, denn wir sehen ihn bald darauf gegen ihn im kaiserlichen Heere fechten, wie sich überhaupt von seiner religiösen Indifferenz im weiteren Verlaufe seines Lebens die deutlichsten Spuren finden. Was Franz Albrecht in den Jahren von 1619 bis 1628 trieb, ist völlig unbekannt; von da an finden wir ihn auf Seite der kaiserlichen Parthei im hohen Ansehn beim östreichischen Hofe als einen Vertrauten Wallenstein's. In Rücksicht auf seine Stellung zu diesem kühnen, gewissenlosen Eroberer wandten sich die beiden vertriebenen Herzoge von Schwerin und Güstrow an Franz Albrecht mit der Bitte um seine Fürsprache bei Wallenstein, daß ihren Gattinnen und ihrer Mutter der ruhige Besitz ihrer Leibgedinge im Mecklenburgischen belassen werde. Allein Franz Albrecht konnte von Wallenstein diese Vergünstigung nur für die verwittwete Herzogin erlangen, die jungen Fürstinnen mußten sammt ihren Männern das Land räumen. Aus einem Briefe des Franz Albrecht vom 22. Februar 1629 ersieht man, daß er damals östreichischer Kammerherr und Oberster war; und es vorzog, sich zu dem siegreichen Kaiser als zu seinen fast erliegenden Glaubensgenossen zu halten.
Als Gustav Adolf 1630 in Deutschland mit einem schwedischen Heere landete, und das Glück den Kaiser verließ, traten sogleich die kleineren Fürsten Norddeutschlands zu ihm über, unter diesen auch Herzog Carl von Sachsen-Lauenburg, ein älterer Bruder des Franz Albrecht, der öffentlich Truppen gegen den Kaiser warb, aber von dem Feldmarschall Pappenheim sammt seiner Mannschaft in Ratzeburg eingeschlossen und gefangen genomnen ward. Franz Albrecht blieb jedoch der Sache des Kaisers treu, bis er plötzlich ohne alle weiter bekannte Veranlassung in Nürnberg im schwedischen Lager erschien, und dem Könige von Schweden seine Dienste gewissermaßen aufdrang, und

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als Freiwilliger die Schlacht bei Lützen mitmachte, in der Gustav Adolf fiel.

Es ist bekannt, wie seit geraumer Zeit der Tod des Schwedenkönigs dem Franz Albrecht Schuld gegeben ist. Diese schwere Anklage reduzirt sich jedoch lediglich auf die gegen ihn von Puffendorf in seinen Commentarien erhobene Anklage, wo es heißt B. IV, pag. 83 b.:

Enimvero pertinax eo tempore rumor erat, regi post vulneratum brachium a Francisco Alberto, lauenburgico duce, letalem ictum illatum, suspicione inde opta quod nuper missione a Caesare obtenta ad Saxoniae electorem ab isto ablegatus fuerit, ut hunc regiis partibus abstraheret.

Gleichzeitige Berichte, von Augenzeugen aus der Schlacht selbst, verfaßt, sprechen von Einem, der den König durch den Rücken, und Einem, der ihn durch den Kopf geschossen habe, nennen aber durchaus keinen Namen.

Bericht aus dem Lager zu Grimma vom 13. Novbr. 1632. Nach einer Klage über den großen Verlust in der Person des Königs, durch den der Sieg zu theuer erkauft sei, heißt es dort: Aber dass Gott erbarm, haben I. Majestät selbst Steinbocks Regiment ungefähr uf den tagk umb 1 Uhr angeführt, und inmittelst selbiges mit dem Feind chargirt, ist anfangs I. Maj. In den dicken Nebel, so unvermuthlich eingefallen, das linke Armrohr (Armknochen) rein abgeschossen, also dass man das rohr aus den kleidern hangende sehen konnte. Darauf hat einer seiner Maj. die Pistohl auf den rücken und Sie durchgeschossen. Und ob zwar dazumahl I. Maj. sich noch salviren wollen, hat gleichwohl der feind allzuhart angedrungen, und I. Maj. des Pferdes galoupe nicht ausstehen können, sondern aus


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Ohnmacht vom Pferde gefallen. Und nachdem I. Maj. Noch etwas vom Pferde geschleift worden, sein Sie unterm feind beliegen blieben. I. Maj. haben dennoch etwas gelebt, aber endlich ist einer dazu kommen, und hat gefragt: wer I. Maj. were? Soll I. Maj. geantwortet haben; Sie wehren der König von Schweden. Darauf I. Maj. dieser wegkschleppen wollen, aber weil unsre Reuter ankommen, hat er I. Maj. mit einer Pistohlkugel durch den Kopf geschossen. Nach diesem ist I. Maj. bis aufs Hemd ausgezogen und spolijrt worden. Überdass haben I. kön. Maj. noch einen tödtlichen Stich empfangen in den Leib von Pedarden haben auch einen Stich in das Haupt bekommen.

Liegt nun freilich keine direkte Vertheidigung Franz Albrecht's in diesem Berichte, so spricht doch auch Nichts in demselben gegen ihn, vielmehr scheint ihn der Umstand zu entschuldigen, daß der Berichterstatter die Mörder des Königs sahe, und sie nicht kannte, was bei einer Persönlichkeit wie die des lauenburgischen Fürsten, falls er dem Könige den tödtlichen Schuß oder Stich beigebracht hätte, nicht anzunehmen ist. Daß jedoch dieser Bericht an großen Unwahrscheinlichkeiten leidet, wird gleichfalls Niemand verkennen; denn woher weiß der Berichterstatter, daß der Mörder des Königs diesen erst frug, wer er sei, da doch die Reiter der schwedischen Parthei erst sich näherten als diese Frage soll geschehen sein, und sie im Getümmel der Schlacht dieselbe vielleicht in der nächsten Nähe nicht würden gehört haben; so wie es auch nicht klar ist, daß die ansprengenden Reiter dem Feinde so viel Zeit lassen sollten den Leichnam des Königs erst bis aufs Hemd auszuziehen. - Es ist und bleibt dies eine von den dunklen Fragen, über die der Mund der Geschichte verschlossen bleibt; nur wahrscheinlich gemacht werden kann die Unschuld des Herzogs, zu beweisen ist sie nicht; verdächtig

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bleibt er immer wegen seines leichtsinnigen, gewissenlosen Betragens und der Art und Weise, wie er sich der schwedischen Parthei anschloß, und sie nach der Lützener Schlacht sofort wieder verließ. Sagen zu wollen, Charaktere wie der seinige gehören zu den gewöhnlichen Erzeugnissen einer Zeit, wie der des 30jährigen Krieges, ist keine Entschuldigung, denn eben die entsetzliche Verwilderung und Gottlosigkeit, die in keinem Kriege wie in diesem in solchem Maße unter dem Volke namentlich dem der Armeen herrschte, ist der Boden, aus dem die entsetzlichsten Thaten hervorwachsen. Unerklärlich bleibt auch sein nachheriger Reichthum, den er so wenig aus seiner Appanage, die Herzog August von Lauenburg ihn sicher nicht oft wird gezahlt haben, weil er während des Krieges selbst in beständiger Noth lebte, haben konnte, wie aus seinem geringen Solde und seinen Kriegsthaten, die gewöhnlich zu seinem eigenen Nachtheile ausfielen; denn er theilte das Schicksal seines Collegen Gallas, von dem behauptet wurde, er besitze eine wahre Kunst im Verderben der Heere. Doch folgen wir ihm jetzt weiter auf seiner wüsten und gefahrvollen Laufbahn.
Nach der Schlacht bei Lützen trat der Herzog in die Dienste des Churfürsten von Sachsen als Unterhändler bald mit den Franzosen bald mit Wallenstein. Auch mit Bernhard von Weimar trat er in Verbindung, wurde aber auf einer Mission Wallenstein's an jenen von den Kaiserlichen gefangen genommen, und nach Wien gebracht. Wie lange diese Gefangenschaft gedauert habe, ist nicht zu ermitteln; kurz ist sie gewiß nicht gewesen, auch nicht wohlfeil, denn in einem Briefe an den Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg d. d. Neuhaus den 3ten März 1636 mahnt er diesen um Rückgabe eines geliehenen Capitals von 20,000 , und motivirt diese Mahnung durch die großen Verluste, die er in sächsischen Diensten besonders während seiner

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langen Gefangenschaft erlitten habe um so mehr, da er nun genöthigt sei, seinen bisherigen Erwerb, den Kriegsdienst, aufgeben zu müssen. Unterdeß war der andere Herzog von Meklenburg Johann Albrecht II. zu Güstrow, mit dem Franz Albrecht in gutem Vernehmen stand, auch sich um die Hand seiner Tochter Christina Margaretha bewarb, gestorben, und hatte seine Wittwe (dritte Gemahlin) Eleonora Maria zur Landesregentin und Vormünderin seines einzigen noch minderjährigen Sohnes Gustav Adolf bestimmt. Diese Verfügung stieß sein Bruder Adolf Friedrich um, maßte sich die Regierung des Landes an, und brachte den jungen Fürsten nach Schwerin, um ihn unter seiner Aufsicht erziehen zu lassen. In dem Proceß, den Eleonora Maria darüber mit ihrem Schwager beim Kaiser erhob, leistete Franz Albrecht als ihr zukünftiger Schwiegersohn ihr durch seine Fürsprache beim Kaiser, der seine früheren Thaten scheint verziehen oder vergessen zu haben, so wichtige Dienste, daß Friedrich Adolf auf ein Mittel denken mußte, seinen Gegner beim Kaiser zu stürzen.  "Er ließ deswegen bei dem kaiserlichen Vicekanzler Kurtz anfragen, ob er es wohl wagen dürfe, sich vorläufig der Person des Franz Albrecht zu versichern, es sollten dadurch solche Sachen an den Tag kommen, daran dem ganzen kaiserlich römischen Reiche gelegen sei." Damit spielte er auf eine Correspondence an, die Eleonora Maria und Franz Albrecht mit dem schwedischen Generale Bannier gehabt hätten, wovon er die Originalbriefe vorlegen könne. Außer den Verläumdungen am kaiserlichen Hofe beklagt sich Franz Adolf noch über Franz Albrecht, daß er ihm seine Kinder zu allerhand Ausschweifungen verführe. Es findet sich im Archiv zu Schwerin hierüber ein merkwürdiges Aktenstück, was einigermaßen den bittern Haß des Herzogs Adolf Friedrich gegen Franz Albrecht erklärt, nämlich ein Liebesbrief des Letzteren an seine Braut, Christina Marga-

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rethe. Hierin heißt es unter anderen höhnischen Bemerkungen auf Adolf Friedrich, daß er im Lande herumziehe, und sich wundere, wenn er auf seinen Gütern keinen Halm Stroh vorfinde - in Bezug auf den Sohn Adolf Friedrichs, den Franz Albrecht allerdings nicht in der besten Absicht an sich gezogen zu haben:
"Herzog Christian habe ich lassen ansprechen, und thu meine Dienste präsentiren; hat sehr lamentirt, daß er mich nicht gesprochen, und den paßgenger gebeten, zu mir zu reiten, und bitten lassen; ich wollte bei ihm die Nacht bleiben, hette es auch gethan, wan ich nicht schon were aus dem Dore gewesen, ich will occasion suchen, daß wir gute Freunde bleiben, ihm allerhandt galanterei auch Geld geben, seine Affection zu bekommen, damit wan der Teufel den Alten holet, er desto besser die Schelmen (d. h. Adolf Friedrichs Räthe) recht strafen kann."

Im Jahre 1640 vermählte sich Franz Albrecht mit Christina Margaretha, und entwickelte dabei ein Vermögen, welches allerdings Bedenken erregen kann, wenn man die rechtlichen Mittel erwägt, durch die er es möglicherweise könnte erworben haben; denn außer den obgenannten 20,000 um die er schon 1630 den Herzog Adolf Friedrich mahnte, die damals auf 30,000 mit den Zinsen herangewachsen waren, hatte er bei der Herzogin Eleonore Maria noch 20,000 belegt, und da die durch den Krieg erschöpften Güstrowschen Länder die 15,000 betragende Princessin-Steuer nicht herbeischaffen konnten, so schoß er auch diese vor, und im Falle seines Ablebens verschrieb er seiner jungen Frau als Sicherheit für die Zinsen dieser bedeutenden Capitalien die von ihm gekaufte Domaine Stintenburg im Schaalsee. In Beziehung auf diese Verschwägerung, besonders aber um Garantie für die den Güstrowschen Ständen vorgeschossenen


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15,000 zu bekommen, versuchte sich Franz Albrecht mit Adolf Friedrich auszusöhnen, allein die Sache zerschlug sich an der Bedingung, die der letztere stellte, den jungen Güstrowschen Prinzen Gustav Adolf bei sich behalten zu wollen, und die alte Feindschaft erwachte wieder. Ja als Eleonore Maria ihren Schwager einlud bei der Vermählung ihrer Tochter mit Franz Albrecht gegenwärtig zu sein, gab er auf die freundliche Einladung seiner Schwägerin nicht blos die grobe Antwort:
 "Haben Ew. Lbden. wohl gekocht, so mögen sie es auch  "wohl ausessen, und was sie ohne Uns angefangen, auch  ohne Uns ausführen" -
sondern er verbot auch dem Güstrowschen Adel, so wie den Städten Rostock und Güstrow sich bei der Hochzeitfeier officiell zu betheiligen.
Das Ende aller dieser Streitigkeiten sollte jedoch Franz Albrecht ebensowenig erleben wie ein ruhiges Alter an der Seite seiner jungen Gattin. Im Februar 1640 hatte er sich vermählt, und schon im Juli 1641 bekam er Befehl von Wien, das Commando über einen in Schlesien bei Görlitz stehenden Trupp zu übernehmen, und ihn durch Werbungen bis auf 10,000 Mann zu Fuß und 5,000 Reiter zu bringen. Ausgerichtet wurde außer der Eroberung von Görlitz in diesem Feldzuge wenig, allein gegen Ende des Winters nöthigte der Mangel das schwedische Heer, Schlesien zu räumen, welches Franz Albrecht sofort besetzte. Aber nun wandte sich plötzlich das Kriegsglück. Torstensohn, ein Schüler Gustav Adolfs, trat an die Spitze des schwedischen Heeres, und eroberte in wenigen Wochen ganz Schlesien wieder bis auf die starke Festung Schweidnitz. Franz Albrecht, der sein Heer weitläuftig in die Winterquartiere vertheilt hatte, konnte es nicht schnell genug sammeln, um den Schweden entgegentreten zu können, und wie die von ihm dringend

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erbetenen Löhnungsgelder und Hülfstruppen immer noch ausblieben, trotz seines wiederholten, fast flehentlichen Ansuchens beim Kaiser, traf endlich ein, was er lange vorhergesagt hatte. Im Begriffe, die Festung Schweidnitz mit Munition, Proviant und frischer Besatzung zu versorgen, verließ er mit einem kleinen Reitercorps sein bei Breslau stehendes Hauptheer, und ritt auf Schweidnitz zu; allein sein Unternehmen war den Schweden nicht verborgen geblieben. Am Zobtenberge erreichte ihn das weitüberlegene schwedische Heer; der Succurs, den er sich von Breslau nachbestellt hatte, konnte die Schweden nicht mehr durchbrechen. Die kleine Schaar wurde recht eigentlich vernichtet. Die Wenigen, die nicht todt das Schlachtfeld bedeckten, oder schwer verwundet gefangen genommen wurden, gingen zu den Schweden über. Franz Albrecht theilte das Schicksal der meisten seiner tapferen Schaar; mit tödtlichen Wunden bedeckt, wurde er vom Schlachtfelde nach dem sofort von den Schweden eroberten Schweidnitz geschafft, und starb hier an seinen Wunden den 10ten Juni 1642 im 44sten Jahre seines bewegten Lebens. Seine Leiche ruht in der herzoglichen Familiengruft zu Lauenburg. *)
Franz Albrecht war ein ächter Sohn seiner Zeit, unbeständig, rastlos, gewinnsüchtig, ob auch mordsüchtig? - Diese Frage hat die Geschichte nun schon seit 200 Jahren unbeantwortet gelassen; nur das Gerücht hat ihn verdammt, und seine Handlungsweise bestätigt es leider mit mehr als leeren Scheingründen. Sein kurzer, nur wenige Wochen dauernder Dienst im schwedischen Heere, (oder verjagte ihn vielleicht schon damals diese unheimliche Sage vom Königsmorde) seine in seinen Verhältnissen unbegreiflichen Reichthümer, seine nachherige Vertrautheit mit dem so schwer zugänglichen Wallenstein häufen Anklagen
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*) So viel der Red. bekannt im Ratzeburger Dom, wo wenigstens sein Sarg gezeigt wird.


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auf ihn, die durch das einstimmige Schweigen in den Berichten der Augenzeugen beim Tode Gustav Adolfs über ihn wohl geschwächt aber nicht widerlegt werden, und es steht schwerlich zu hoffen, daß noch jetzt schriftliche Zeugnisse werden beigebracht werden können, die seine Schuld oder Unschuld über allen Zweifel stellen. Soll jedoch noch eine Anklage gegen ihn erhoben werden, so wäre es etwa Folgende: Er führte den sehr kurzsichtigen König einer feindlichen Reiterabtheilung absichtlich entgegen, und wenn auch der tödtliche Schuß nicht von seiner Hand kam, so war es doch seine Hand, die das Opfer zur Schlachtbank führte.
 

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